Gute Schulen - Worauf beruht ihre Wirksamkeit?

Um zu wissen, was eine gute Schule ausmacht, braucht es keine Dienstreise nach Finnland. Das kann man auch erfahren, wenn man offen ist für die Wahrnehmung der  konkreten Lebens- und Arbeitssituationen der Schüler/-innen und Lehrkräfte in den Schulen.

 

Oder wenn man einen Blick in die einschlägige Fachliteratur wirft. Schon lange vor PISA wusste, wer es wissen wollte, dass es bestimmte Indikatoren für die Wirksamkeit von Schulen gibt. Seit mehreren Jahrzehnten gibt es besonders im   angelsächsischen Ausland eine breit angelegte Schulforschung. Ein Teil der Ergebnisse wurde 1991 von Kurt AURIN (Hg.) in einem Sammelband vorgestellt.

Es können allgemeingültige Kriterien für die Qualität von Schulen gefunden werden, die unabhängig von den sachlichen und sozialen Bedingungen der Schulen gelten. Dabei können die messbaren Ergebnisse (z.B. PISA) und die langfristigen Wirkungen der "wirksamen" Schulen durchaus sehr unterschiedlich sein. Eine "gute" Schule in einen sozial und ökonomisch  problematischen Umfeld hat zwangsläufig andere Ergebnisse als eine "gute" Privatschule mit ausgewählten Schüler/-innen.

Die folgenden, in kurzen Statements zusammengefassten Kriterien können keine pauschalen Handlungsanweisungen für Lehrkräfte sein, jedoch in die Ziele pädagogischer und bildungspolitischer Arbeit eingehen.

In guten Schulen gibt es ...

-  hohe Leistungserwartungen an Schüler
-  hohe Arbeitsmoral bei den Lehrern
-  unterrichtliche Differenzierung nach Fähigkeiten
-  positive Erwartungen gegenüber den Schülern
-  die Belohnung von Schülerleistungen
-  Ordnung und Disziplin auf den Gängen, Toiletten und anderen Räumen
-  eindeutig festgelegte Regeln, die konsequent, fair und entschlossen durchgesetzt 
   werden
-  verständnisvolle, einfühlsame Zuwendung zu den Schülern
-  ein Maximum an Kommunikation zwischen Lehrern und Schülern

In guten Schulen wird Wert gelegt auf ...

-  Achtung und Fairness im Umgang miteinander
-  Einhaltung der Verpflichtungen gegenüber der Schule und ihrem Leben
-  angstfreiem Umgang mit den Schülern
-  ein ruhiges, lernförderndes Schulklima
-  intellektuell herausforderndes Unterrichten
-  Ordnung und Pünktlichkeit im Klassenzimmer und in der Schule
-  klare Ziele, die von allen geteilt werden
-  die Unantastbarkeit des Unterrichts
-  Informationen über die Schülerleistungen

(nach: Kurt AURIN (Hg.): Gute Schulen – worauf beruht ihre Wirksamkeit?, Bad Heilbrunn, 1991)